CIP Incoterms | Fracht & Versicherung bezahlt bis

CIP

Internationaler Handel braucht klare Regeln. Missverständnisse verursachen Probleme. Sie führen zu Verzögerungen. Sie kosten Geld. Incoterms lösen dieses Problem.

CIP ist eine dieser Regeln. Es steht für „Carriage and Insurance Paid To“ (Fracht und Versicherung bezahlt). Es ist ein allgemeiner Begriff für alle Arten von Sendungen. Dieser Leitfaden erklärt CIP in einfachen Worten.

1. Wofür steht CIP in den Versandbedingungen?

CIP bedeutet „Fracht und Versicherung bezahlt bis“.

Der Verkäufer übergibt die Ware einem Spediteur. Der Verkäufer wählt den Spediteur aus. Der Verkäufer übernimmt die Kosten für den Transport zu einem benannten Zielort. Dieser Zielort wird mit dem Käufer vereinbart. Der Verkäufer schließt außerdem eine Transportversicherung ab.

Das Schlüsselkonzept: Risiko vs. Kosten

Dies ist sehr wichtig. Bei CIP werden Risiken und Kosten zu unterschiedlichen Zeitpunkten übertragen.

Kosten: Der Verkäufer trägt die Kosten für den Haupttransport und die Versicherung bis zum Bestimmungsort.

Risiko: Das Risiko geht bereits deutlich früher auf den Käufer über. Dies geschieht, wenn der Verkäufer die Ware an den ersten Spediteur übergibt.

Ejemplo:

Ein Verkäufer in Ningbo nutzt CIP, um Waren an einen Käufer in Berlin zu versenden.

Die Kosten bis zum Eintreffen der Ware in Berlin trägt der Verkäufer.

Das Risiko von Verlust oder Beschädigung trägt jedoch der Käufer, nachdem die Ware das Lager des Verkäufers in Ningbo verlassen hat.

Bestimmungsort

Der benannte Bestimmungsort ist entscheidend. Er muss im Vertrag klar definiert sein. Beispiel: „CIP, Lager des Käufers, Hauptstraße 123, Berlin, Deutschland“.

Für alle Verkehrsmittel geeignet

CIP ist sehr flexibel. Es kann verwendet werden für:

Schiffs-, Luft-, Straßen-, Schienen- und multimodaler Transport.

2. Welche Pflichten haben Käufer und Verkäufer bei CIP-Vereinbarungen?

Eine klare Aufgabenverteilung ist entscheidend. Die folgenden Tabellen zeigen die Pflichten der einzelnen Parteien.

Verantwortlichkeiten des Verkäufers:

Der Verkäufer hat viele Pflichten. Seine Hauptaufgabe besteht darin, die Ware sicher und versichert an den vereinbarten Bestimmungsort zu bringen.

A. Lieferung und Verpackung

Übergeben Sie die Ware dem Spediteur am vereinbarten Ort.

Sorgen Sie für eine transportgerechte Verpackung.

Legen Sie eine Handelsrechnung und einen Liefernachweis vor.

B. Ausfuhrformalitäten

Erledigen Sie alle Exportverfahren.

Besorgen Sie sich Exportlizenzen und -genehmigungen.

Füllen Sie die Zollerklärungen für den Export aus.

Bezahlen Sie alle Ausfuhrzölle und Steuern.

C. Beförderung (Transport)

Vertrag und Bezahlung für den Transport zum benannten Bestimmungsort.

Organisieren Sie den Haupttransport (LKW, Schiff, Flugzeug usw.).

D. Versicherung

Schließen Sie zum Vorteil des Käufers einen Versicherungsschutz ab.

Die Versicherung muss mindestens 110 % des Auftragswertes abdecken.

Es muss sich um eine Versicherung gegen die Institute Cargo Clauses (A) oder ähnliches handeln. Es handelt sich um eine Allgefahrendeckung.

Zahlen Sie die Versicherungsprämie.

E. Nachweise und Hinweise

Stellen Sie dem Käufer das Transportdokument (z. B. Frachtbrief) zur Verfügung.

Legen Sie die Versicherungsbescheinigung oder -police vor.

Benachrichtigen Sie den Käufer, dass die Waren an den Spediteur übergeben wurden.

Verantwortlichkeiten des Käufers:

Die Rolle des Käufers beginnt, sobald die Waren unterwegs sind. Seine Hauptaufgaben bestehen in der Annahme der Lieferung und der Abwicklung des Importprozesses.

A. Lieferung entgegennehmen

Nehmen Sie die Ware am benannten Bestimmungsort entgegen.

Akzeptieren Sie das Transportdokument vom Verkäufer.

B. Einfuhrformalitäten

Erledigen Sie alle Importvorgänge.

Besorgen Sie sich Importlizenzen und -genehmigungen.

Füllen Sie die Zollerklärungen für die Einfuhr aus.

Zahlen Sie alle Einfuhrzölle, Steuern und Zollgebühren.

C. Kosten und Risiken

Tragen Sie alle Risiken von Verlust oder Beschädigung ab dem Zeitpunkt der Übergabe durch den Verkäufer an den ersten Spediteur.

Bezahlen Sie das Entladen am Zielort (falls zutreffend).

Bezahlen Sie alle Kosten, nachdem die Waren am Bestimmungsort angekommen sind (z. B. lokaler LKW-Transport).

D. Nachweise und Hinweise

Geben Sie dem Verkäufer alle erforderlichen Informationen zum Abschluss einer Versicherung.

Benachrichtigen Sie den Verkäufer, wenn sich Zeit oder Ort des Versands ändern.

3. Vorteile und Nachteile für den Käufer

Die Wahl von CIP hat klare Vorteile, aber auch einige Risiken für den Käufer.

Vorteile für den Käufer:

Einfachheit und Komfort. Der Käufer kümmert sich nicht um den Haupttransport. Der Verkäufer übernimmt die Logistik. Dies ist gut für Käufer mit weniger Versanderfahrung.

Vorhersehbare Hauptkosten. Der Preis des Verkäufers beinhaltet Transport und Versicherung bis zum Bestimmungsort. Der Käufer kennt diese Kosten im Voraus. Es entstehen keine unerwarteten Frachtkosten vom Verkäufer.

Mindestversicherungsschutz. Der Verkäufer muss eine Versicherung abschließen. Der Käufer hat einen grundlegenden Schutz gegen Verlust oder Beschädigung während des Transports. Das ist besser, als gar keine Versicherung zu haben.

Besser für kleinere Sendungen. Es kann einfacher sein, den gesamten Versandprozess dem Verkäufer zu überlassen. Dies gilt für kleinere Bestellmengen.

Konzentration auf das Kerngeschäft. Der Käufer kann sich auf Verkauf und Vertrieb konzentrieren. Er muss sich nicht um die internationale Frachtlogistik kümmern.

Nachteile für den Käufer:

Eingeschränkte Kontrolle über den Versand. Der Käufer hat wenig Kontrolle. Der Verkäufer wählt den Spediteur und die Versandroute. Der Verkäufer wählt möglicherweise die günstigste Option, nicht die schnellste oder sicherste.

Unzureichender Versicherungsschutz. Die Mindestversicherung (110 % des Wertes, Klausel A) reicht möglicherweise nicht aus. Sie deckt möglicherweise nicht alle Risiken ab oder hat niedrige Schadensgrenzen. Der Käufer muss möglicherweise eine zusätzliche Versicherung abschließen.

Frühzeitiger Risikoübergang. Dies ist der größte Nachteil. Der Käufer trägt das Risiko während des Transports. Bei Verlust oder Beschädigung der Ware muss der Käufer den Versicherungsanspruch geltend machen. Dies kann komplex und zeitaufwändig sein.

Versteckte Kosten am Bestimmungsort. Der Preis des Verkäufers enthält keine Einfuhrzölle oder lokalen Gebühren. Diese müssen vom Käufer bezahlt werden. Sie können erheblich und unerwartet sein.

4. Wann sollte eine CIP-Vereinbarung verwendet werden?

CIP ist in mehreren speziellen Situationen eine gute Wahl.

 Wenn der Verkäufer bessere Versandkosten hat.

Verkäufer versenden häufig große Mengen. Möglicherweise haben sie mit Spediteuren günstigere Frachtraten ausgehandelt. Durch die Nutzung von CIP können diese niedrigeren Kosten genutzt werden.

 Für multimodalen Transport.

CIP eignet sich ideal, wenn für eine Sendung mehrere Transportarten genutzt werden. Zum Beispiel: LKW zum Hafen, Schiff zu einem anderen Hafen und dann per Bahn zum endgültigen Bestimmungsort. Der Verkäufer verwaltet die gesamte Kette.

 Wenn der Käufer unerfahren ist.

Für neue Importeure ist CIP möglicherweise einfacher. Der Verkäufer übernimmt die komplexe internationale Logistik. Der Käufer muss lediglich den Importprozess vor Ort verwalten.

Wenn der Verkäufer über mehr Marktkenntnisse verfügt.

Der Verkäufer verfügt möglicherweise über mehr Erfahrung mit dem Versand in das Land des Käufers. Er kennt die besten Routen und zuverlässigen Spediteure.

 Für hochwertige oder zerbrechliche Güter.

Die obligatorische „All-Risk“-Versicherung im Rahmen von CIP bietet einen guten Schutz. Dies ist wichtig für wertvolle oder empfindliche Gegenstände.

5.Häufig gestellte Fragen zur CIP-Vereinbarung

Frage 1: Was ist der Unterschied zwischen CIP und CIF?

Dies ist eine häufige Frage.
CIF (Cost, Insurance and Freight) kann nur für den See- und Binnenschiffstransport verwendet werden.
CIP (Carriage and Insurance Paid To) kann für alle Transportarten verwendet werden.
Versicherung: CIF erfordert einen Mindestversicherungsschutz gemäß den Institute Cargo Clauses (C). Dies ist ein eher grundlegender Versicherungsschutz. CIP erfordert einen höheren Versicherungsschutz gemäß Klausel (A), der „All-Risk“ umfasst.

F2. Wer trägt die Entladekosten im Rahmen des CIP?

Dies hängt vom Vertrag des Spediteurs ab.
Wenn die vom Verkäufer gezahlten Frachtkosten das Entladen beinhalten, trägt der Verkäufer die Kosten.
Oftmals fallen für das Entladen am Bestimmungsort gesonderte Kosten an. In diesem Fall trägt der Käufer die Entladekosten.

F3. Kann der Käufer im Rahmen des CIP seinen eigenen Versicherer nutzen?

Nein. Der Verkäufer ist verpflichtet, die Versicherung abzuschließen. Der Käufer kann einen höheren Versicherungsschutz verlangen. Der Verkäufer kümmert sich jedoch um die Grundversicherung und bezahlt diese. Der Käufer kann zusätzliche Versicherungen separat abschließen.

F4. Was passiert, wenn die Ware bei der Ankunft beschädigt ist?

Das Risiko liegt beim Käufer.
Der Käufer muss den Schaden unverzüglich auf dem Frachtbrief vermerken.
Der Käufer muss sich an die vom Verkäufer angegebene Versicherungsgesellschaft wenden.
Der Käufer meldet bei diesem Versicherer einen Anspruch und legt sämtliche Nachweise vor.

F5. Ist CIP besser für den Käufer oder den Verkäufer?

Es hängt von der Situation ab.
Für den Verkäufer bietet es Kontrolle über den Versandprozess. Es kann ein Mehrwertdienst sein.
Für den Käufer bietet es zwar Komfort, aber weniger Kontrolle und eine frühzeitige Risikoübertragung.

Fazit

CIP ist leistungsstark und flexibel. Es vereinfacht den Prozess für den Käufer. Der Verkäufer kümmert sich um die Hauptlogistik und Versicherung.

Käufer müssen jedoch vorsichtig sein. Sie gehen frühzeitig Risiken ein. Sie zahlen möglicherweise mehr und haben weniger Kontrolle.

Für den erfolgreichen Einsatz von CIP ist ein klarer Vertrag erforderlich. Der Bestimmungsort muss eindeutig benannt sein. Der Versicherungsschutz muss überprüft werden.

Wenn Sie die Details anderer Incoterms erfahren möchten, besuchen Sie Incoterms-Leitfaden [Aktualisiert 2025] mit Diagramm.

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