Wie kam es zum Weihnachtsbaum?
Lange vor der christlichen Zeitrechnung hatten Pflanzen und Bäume, die das ganze Jahr über grün blieben, im Winter eine besondere Bedeutung für die Menschen. So wie die Menschen heute ihre Häuser zu Festen mit Kiefern, Fichten und Tannen schmücken, hängten die Alten immergrüne Zweige an Türen und Fenster. In vielen Ländern glaubt man, dass immergrüne Pflanzen Hexen, Geister, Dämonen und Krankheiten fernhalten.
Wussten Sie schon? In allen 50 Bundesstaaten, darunter auch Hawaii und Alaska, werden Weihnachtsbäume gepflanzt.
Auf der Nordhalbkugel ist der kürzeste Tag und die längste Nacht des Jahres der 21. oder 22. Dezember, bekannt als Wintersonnenwende. Viele Menschen der Antike glaubten, dass die Sonne ein Gott sei und jeden Winter komme, weil der Sonnengott krank werde. Sie feiern die Wintersonnenwende, weil sie bedeutet, dass der Sonnengott endlich wieder gesund wird. Die immergrünen Zweige erinnern sie an alles Grün, das wieder wächst, wenn der Sonnengott stark ist und der Sommer zurückkehrt.
Die alten Ägypter verehrten einen Gott namens Ra, der einen Adlerkopf und einen Bärenteller mit der Sonne in seiner Krone hatte. Zur Sommersonnenwende, als Ra begann, sich von der Krankheit zu erholen, füllten die Ägypter ihre Häuser mit grünen Büschen, die für sie den Sieg des Lebens über den Tod symbolisierten.
Die frühen Römer feierten die Wintersonnenwende mit einem Fest namens Saturnalien zu Ehren von Saturn, dem Gott der Landwirtschaft. Die Römer wussten, dass die Wintersonnenwende bedeutete, dass Bauernhöfe und Obstgärten bald grün und fruchtbar sein würden. Zur Erinnerung an diesen Anlass schmückten sie Häuser und Tempel mit immergrünen Zweigen.
Auch die mystischen Druiden, Priester der alten Kelten, schmückten in Nordeuropa ihre Tempel mit immergrünen Zweigen als Symbol der Unsterblichkeit. Die wilden Wikinger in Skandinavien glaubten, dass immergrüne Pflanzen besondere Pflanzen des Sonnengottes Balder seien.