Incoterms-Leitfaden [Aktualisiert 2025] mit Diagramm

Incoterms

1.Warum Incoterms für B2B-Käufer wichtig sind

Im internationalen Handel ist Klarheit das A und O. Wenn Sie eine Großbestellung bei einem Hersteller im Ausland aufgeben, möchten Sie auf keinen Fall Unklarheit darüber, wer für Versand, Versicherung, Zollabfertigung oder Lieferkosten verantwortlich ist. Hier kommen die Incoterms (International Commercial Terms) ins Spiel.

Die von der Internationalen Handelskammer (ICC) veröffentlichten Incoterms stellen einen universellen Satz von Handelsregeln dar, die die Verantwortlichkeiten zwischen Käufern und Verkäufern definieren. Sie werden häufig in Verträgen, Rechnungen und Verhandlungen verwendet, um Streitigkeiten zu vermeiden.

Für B2B-Käufer ist das Verständnis der Incoterms 2020 nicht nur eine Frage der Compliance – es geht auch um das Risikomanagement, die Kostenkontrolle und die Sicherung reibungsloser Lieferketten. Ob Sie aus China, Europa oder anderen Märkten beziehen – der richtige Incoterm kann über Erfolg oder Misserfolg Ihres Geschäfts entscheiden.

Dieser Leitfaden hilft Ihnen zu verstehen, was Incoterms sind, welche Hauptkategorien von Verantwortung es gibt und wie Sie die besten Bedingungen für Ihr Großhandelsgeschäft auswählen.

2.Was sind Incoterms 2020?

2.1 Definition und Zweck (ICC-Regeln)

Incoterms, kurz für International Commercial Terms, sind eine Reihe weltweit anerkannter Handelsregeln, die von der Internationalen Handelskammer (ICC) veröffentlicht werden.

Ihr Zweck ist:

  • Definieren Sie die Verantwortlichkeiten von Käufern und Verkäufern im internationalen Handel.
  • Klären Sie, wer sich um Transport, Versicherung, Ausfuhrzölle und Einfuhrabfertigung kümmert.
  • Reduzieren Sie Missverständnisse und Streitigkeiten, indem Sie eine gemeinsame Rechtssprache für Verträge schaffen.

Für B2B-Käufer gewährleistet die Verwendung des richtigen Incoterms Kostentransparenz, minimiert Risiken und trägt zum Aufbau vertrauensvoller Lieferantenbeziehungen bei.

2.2 Verkehrsmittelkategorien

Die Incoterms 2020 sind je nach Transportart in zwei Gruppen unterteilt:

Alle Verkehrsmittel (7 Begriffe)

EXW (ab Werk)

FCA (Freiberufler)

CPT (Beförderung bezahlt)

KVP (Beförderung und Versicherung bezahlt an)

DAP (Lieferung am Ort)

DPU (Lieferung am entladenen Ort)

DDP (gelieferte Dienstleistung)

Diese Bedingungen gelten für den See-, Luft-, Schienen-, Straßen- oder kombinierten Transport.

Nur See- und Binnenschifffahrt (4 Semester)

FAS (frei neben Schiff)

FOB (frei an Bord)

CFR (Kosten und Fracht)

CIF (Kosten, Versicherung und Fracht)

Diese werden ausschließlich für Massengut- und Containertransporte auf dem Seeweg verwendet.

Für Käufer ist es wichtig, die richtige Kategorie zu erkennen. Beispielsweise ist FOB ideal für Seefracht, aber nicht für Luft- oder Bahntransporte geeignet.

2.3 Wichtige Updates gegenüber früheren Versionen

Die Incoterms werden etwa alle zehn Jahre aktualisiert, um Änderungen der globalen Handelspraktiken Rechnung zu tragen. Die Version 2020 enthält mehrere wichtige Neuerungen:

  • DAT → DPU

Der Begriff „Geliefert Terminal (DAT)“ wurde durch „Geliefert Ort Ungeladen (DPU)“ ersetzt.

Diese Änderung macht deutlich, dass der Lieferort jeder beliebige Ort sein kann, nicht nur ein Terminal, solange die Waren entladen werden.

  • CIP-Versicherungsanforderung

Im Rahmen von CIP (Carriage and Insurance Paid To) muss der Verkäufer nun einen höheren Versicherungsschutz (Institute Cargo Clauses A, All Risks) als nach dem bisherigen Standard gewährleisten.

Dadurch sind Käufer im Schadens- oder Verlustfall besser geschützt.

  • FCA und Konnossemente

In der Praxis wollten viele Käufer, die FCA (Free Carrier) nutzten, einen Frachtbrief mit einem Bordvermerk, um die Zahlung im Rahmen eines Akkreditivs abzusichern.

Mit den Incoterms 2020 können Verkäufer und Käufer nun vereinbaren, dass der Verkäufer dieses Dokument vom Spediteur erhält.

Diese Aktualisierungen spiegeln den wachsenden Bedarf an Flexibilität, Transparenz und Risikomanagement in modernen Lieferketten wider.

3.Pflichten und Risiken des Käufers gemäß den einzelnen Incoterms

Bei Verhandlungen mit Lieferanten ist es für B2B-Käufer besonders wichtig zu wissen, wer für Transport, Versicherung und Zollabfertigung verantwortlich ist. Die Wahl der Incoterms wirkt sich direkt auf die Kostenverteilung und den Risikotransfer aus. Eine falsche Entscheidung kann zu unerwarteten Gebühren oder Verzögerungen beim Zoll führen.

Um Käufern einen klaren Überblick zu geben, vergleicht die folgende Tabelle die am häufigsten verwendeten Incoterms 2020 und hebt die Verantwortlichkeiten von Käufer und Verkäufer, die Punkte des Risikoübergangs und die praktischen Auswirkungen hervor.

Incoterms 2020 – Käuferpflichten und Risikovergleich

BedingungenVerantwortlichkeiten des KäufersVerantwortlichkeiten des VerkäufersGefahrenübergangspunktBester AnwendungsfallVor- und Nachteile für Käufer
EXW – Ab WerkAlle Kosten: Inlandstransport, Exportabfertigung, internationale Fracht, Versicherung, Importabfertigung, ZölleBereitstellung der Ware beim VerkäuferIm Werk/Lager des VerkäufersKäufer mit starkem Logistiknetzwerk✅ Niedrigster Preis;
❌ Maximales Risiko, versteckte Kosten
FCA - Freier BefördererInternationaler Frachtverkehr, Versicherung, Einfuhrabfertigung, ZölleExportabfertigung, Übergabe an den Frachtführer am benannten OrtWenn der Spediteur die Waren erhältContainertransporte, Akkreditivzahlungen✅ Ausgewogener als EXW;
❌ Der Käufer trägt weiterhin die Haupttransportrisiken
FOB - Frei an BordSeefracht, Versicherung, Einfuhrabfertigung, ZölleExportabfertigung, Lieferung zum Hafen, Verladung auf SchiffSobald die Waren im Verschiffungshafen an Bord sindTraditionelle Seefracht, Massengut✅ Klare Verantwortlichkeiten;
❌ Das Risiko geht frühzeitig auf den Käufer über, was bei Containern nicht ideal ist
CIF – Kosten, Versicherung und FrachtEinfuhrabfertigung, Zölle, BestimmungsgebührenExportabfertigung, Seefracht, Grundversicherung (Klausel C)Sobald die Waren im Verschiffungshafen an Bord sindÜblich für Massentransporte auf dem Seeweg✅ Transparente Kosten;
❌ Die Versicherung kann unzureichend sein
CIP – Fracht & Versicherung bezahlt bisEinfuhrabfertigung, Zölle, Handhabung am BestimmungsortExportabfertigung, internationaler Frachtverkehr, hochwertige Versicherung (Klausel A)Wenn der Spediteur die Waren erhältMultimodaler Transport, Luftfracht✅ Höherer Versicherungsschutz;
❌ Der Käufer trägt weiterhin die Zielrisiken
DAP – Geliefert am OrtEinfuhrabfertigung, ZölleExportabfertigung, Lieferung zum Standort des Käufers (ungeladen)Am benannten BestimmungsortKäufer, die nicht in der Lage sind, den Export abzuwickeln, aber den Importzoll bewältigen können✅ Der Verkäufer übernimmt die Transportkosten;
❌ Der Käufer muss die Zollabfertigung selbst organisieren
DPU – Geliefert am EntladeortEinfuhrabfertigung, ZölleExportabfertigung, Transport, Entladen am BestimmungsortSobald die Waren am Bestimmungsort entladen sindWenn Entlademöglichkeiten am Standort des Käufers erforderlich sind✅ Der Verkäufer übernimmt das Entladen;
❌ Der Käufer kümmert sich weiterhin um die Einfuhrabfertigung
DDP - Delivered Duty PaidNur die Ware erhaltenAlles: Export- & Importabfertigung, Transport, Zölle, SteuernAm benannten Ort des KäufersTür-zu-Tür-Service, schlüsselfertige Lieferungen✅ Problemlos für den Käufer;
❌ Höhere versteckte Kosten, Verkäufer fügt Aufschlag hinzu

Wie die Tabelle zeigt, reichen die Incoterms von EXW (Ex Works), wo der Käufer fast alle Verantwortung übernimmt, bis DDP (Delivered Duty Paid), wo der Verkäufer fast alles übernimmt. Die meisten Transaktionen liegen irgendwo dazwischen, beispielsweise FOB, CIF oder CIP, je nach Transportart und Verhandlungsmacht.

  • EXW vs. DDP: Die beiden Extreme der Verantwortung – Käufer sollten sich nur dann für EXW entscheiden, wenn sie über ein starkes Logistiknetzwerk verfügen, während DDP zwar praktisch ist, aber normalerweise mit einem Aufpreis verbunden ist.
  • FOB vs. CIF: Beide sind bei Seefracht üblich, aber CIF umfasst Fracht und Versicherung, während FOB das Risiko früher verlagert.
  • CIP vs. CIF: CIP erfordert einen höheren Versicherungsschutz und eignet sich daher besser für multimodale oder Luftfrachtsendungen.
  • DAP vs. DPU: Der einzige Unterschied besteht darin, ob der Verkäufer die Waren am Bestimmungsort entladen muss.

Das Verständnis dieser Unterschiede stellt sicher, dass Käufer fairere Verträge aushandeln, versteckte Kosten vermeiden und das Risiko von Streitigkeiten verringern können.

4. So wählen Sie als Käufer den richtigen Incoterm

Die Wahl des richtigen Incoterms ist nicht nur eine rechtliche Formalität – sie wirkt sich direkt auf Ihre Versandkosten, Ihr Risiko und die Effizienz Ihrer Lieferkette aus. Hier sind vier wichtige Faktoren, die Käufer berücksichtigen sollten:

4.1 Basierend auf dem Transportmodus (See, Luft, Multimodal)

Für unterschiedliche Transportarten gelten unterschiedliche Incoterms:

  • Seefracht: Verwenden Sie Begriffe wie FOB, CIF, CFR, or FAS. Diese sind speziell für Seetransporte konzipiert und oft für große, sperrige oder in Containern verpackte Fracht geeignet.
  • Luft- oder multimodaler Transport: Wähle aus EXW, FCA, CPT, CIP, DAP, DPU, or DDPDiese funktionieren besser, wenn die Waren per Luftfracht, Bahn oder einer Kombination dieser Methoden versendet werden.

Faustregel: Wenn Ihre Sendung gemischte Transportarten umfasst, wählen Sie für mehr Flexibilität immer einen Incoterm „alle Arten“.

4.2 Basierend auf internen Kapazitäten (Zollabfertigung, Logistikpartner)

Welcher Incoterm der beste ist, hängt maßgeblich von Ihren internen Ressourcen und Partnerschaften ab:

  • Wenn Sie über starke Logistikpartner oder ein lokales Büro am Ursprungsort verfügen, Sie bevorzugen vielleicht EXW oder FCA, wodurch Sie mehr Kontrolle über Versand und Kosten haben.
  • Wenn Ihnen die Zollabwicklungsexpertise fehlt, berücksichtigen Sie Begriffe wie DAP oder DDP, wo der Verkäufer die meisten Formalitäten erledigt.
  • Wenn Sie ein Gleichgewicht wünschen, FOB oder CIF werden häufig verwendet, insbesondere von Käufern, die ihre Waren aus China beziehen.

Je mehr Kompetenzen Sie in den Bereichen Logistik und Compliance haben, desto mehr Verantwortung können Sie sicher übernehmen.

4.3 Basierend auf Produkttyp, Wert und Versicherungsbedarf

Nicht alle Produkte sollten unter demselben Incoterm versendet werden:

  • Hochwertige oder zerbrechliche Güter: Bevorzugen CIP oder CIF, da sie eine vom Verkäufer bereitgestellte Versicherung beinhalten.
  • Rohstoffe mit geringer Marge oder Massenware: Käufer wählen oft FOB oder EXW bessere Frachtraten über ihre eigenen Spediteure auszuhandeln.
  • Sensible oder zeitkritische Güter: Halten DAP oder DDP, bei dem der Verkäufer fast alles arrangiert und mögliche Verzögerungen minimiert.

Wägen Sie vor Ihrer Entscheidung immer den Warenwert gegen die Versicherungskosten und das Risiko ab.

4.4 Zuordnung von Incoterms zu Zahlungsmethoden (z. B. Akkreditive)

Die Incoterms sollten auch mit Ihren Zahlungsbedingungen übereinstimmen:

  • Akkreditive (LCs) erfordern häufig einen Frachtbrief mit Bordvermerk. Dies passt gut zu FOB oder FCA (mit zusätzlicher Frachtbriefvereinbarung gemäß Incoterms 2020).
  • Offene Rechnungen oder Vorauszahlungen können mit DAP oder DDP funktionieren, da Sie möchten, dass die Verkäufer die maximale Verantwortung übernehmen.
  • Bargeld gegen Dokumente (CAD) funktioniert normalerweise mit CIF oder CFR, wobei Verkäufer problemlos Versanddokumente bereitstellen können.

Um Finanzierungsverzögerungen zu vermeiden, klären Sie immer mit Ihrer Bank ab, welche Incoterms für Ihre Zahlungsmethode akzeptabel sind.

5. Wichtige Vertragsüberlegungen für Käufer

Bei der Aushandlung internationaler Kaufverträge reicht die bloße Angabe eines Incoterms wie „FOB“ oder „CIF“ nicht aus. Für B2B-Käufer ist eine präzise Vertragsformulierung entscheidend, um Missverständnisse, unerwartete Kosten oder Streitigkeiten zu vermeiden. Die Incoterms 2020 bieten einen standardisierten Rahmen, ihre Wirksamkeit hängt jedoch von ihrer Anwendung im Vertrag ab. Im Folgenden finden Sie vier wichtige Überlegungen, die jeder Käufer beachten sollte.

5.1 Immer „Incoterms® 2020“ angeben

Warum es darauf ankommt:Die Incoterms wurden im Laufe der Jahre (2000, 2010, 2020) aktualisiert. Die Verwendung einer veralteten oder nicht spezifizierten Version kann zu Streitigkeiten darüber führen, welche Regeln für Lieferung, Risikoübergang und Verantwortlichkeiten gelten.

Praktische Ratschläge für Käufer:Schreiben Sie immer die vollständige Klausel in Ihren Vertrag

Ejemplo: FOB Hafen Shanghai, Incoterms® 2020

Durch die Einbeziehung der offiziellen Version wird sichergestellt, dass beide Parteien die neuesten ICC-Regeln befolgen und Rechtsklarheit geschaffen wird.

Dies trägt auch dazu bei, die Ablehnung von Dokumenten oder Verzögerungen bei Handelsfinanzierungstransaktionen, wie beispielsweise Akkreditiven, zu vermeiden.

5.2 Nennung des genauen Ortes/Hafens

Warum es darauf ankommt:Unklare Lieferorte wie „FOB China“ oder „CIF Europa“ können zu Verwirrung hinsichtlich der Gefahrenübergangsorte, der Inlandstransportkosten und der Entladepflichten führen. Unklarheiten führen oft zu versteckten Kosten oder Streitigkeiten.

Praktische Ratschläge für Käufer:Geben Sie den genauen Hafen, Flughafen oder die Lieferadresse an.

Beispiele:

CIF Hamburger Hafen, Incoterms® 2020

DAP 45 Industrial Park, Los Angeles, USA, Incoterms® 2020

Seien Sie so präzise wie möglich. Dadurch wird sichergestellt, dass der Verkäufer die Lieferung genau an den vereinbarten Ort liefert und zusätzliche lokale Transport- oder Bearbeitungsgebühren vermieden werden.

5.3 Festlegung der Zollabfertigungs- und Versicherungspflichten

Warum es darauf ankommt:Incoterms klären zwar den Risikoübergang und die Lieferverpflichtungen, definieren jedoch möglicherweise nicht vollständig, wer die Zollabfertigung übernimmt oder welchen Versicherungsschutz besteht. Das Übersehen dieser Details kann zu Lieferverzögerungen, zusätzlichen Kosten oder unzureichendem Versicherungsschutz führen.

Praktische Ratschläge für Käufer:Geben Sie explizit an, wer für die Ausfuhrlizenzen, Einfuhrgenehmigungen und Zölle zuständig ist.

Gehen Sie bei Versicherungen nicht davon aus, dass CIF oder CIP automatisch ausreichenden Versicherungsschutz bieten. Geben Sie die Versicherungsart an:

  • ICC (C) – Mindestdeckung
  • ICC (A) – All-Risk-Deckung

Fordern Sie vorab Kopien von Versicherungspolicen und Zolldokumenten an, um die Einhaltung der Vorschriften zu überprüfen.

Ejemplo:

„Der Verkäufer organisiert den CIP-Transport mit ICC (A)-Versicherung zum Hamburger Hafen. Der Käufer ist für die Einfuhrzollabfertigung und die Zölle verantwortlich.“

5.4 Sicherstellen, dass Dokumente den Bank- und Compliance-Anforderungen entsprechen

Warum es darauf ankommt:Im internationalen Handel sind Dokumente genauso wichtig wie die Waren selbst. Falsche oder fehlende Dokumente können zu Zahlungsverzögerungen, Akkreditivstreitigkeiten oder einer Blockierung der Zollabfertigung führen.

Praktische Ratschläge für Käufer:

Passen Sie die Incoterms an Ihre Zahlungsmethode an:

  • Akkreditive (LCs): Normalerweise ist FOB oder FCA mit einem an Bord befindlichen Konnossement erforderlich.
  • Offene Rechnung oder Vorauszahlungen: DAP oder DDP können bequemer sein.

Stellen Sie sicher, dass der Verkäufer alle erforderlichen Dokumente bereitstellt:

  • Handelsrechnung
  • Packliste
  • Frachtbrief oder Luftfrachtbrief
  • Versicherungsnachweis (falls zutreffend)
  • Ursprungszeugnis und Konformitätsbescheinigungen

Stellen Sie bei regulierten Waren (Elektronik, Chemikalien, Lebensmittel) sicher, dass alle erforderlichen behördlichen Zertifikate enthalten sind.

Ejemplo:

„Der Verkäufer muss mindestens 3 Tage vor Versand der Sendung eine Handelsrechnung, eine Packliste, einen Frachtbrief, eine Versicherungsbescheinigung (CIP – ICC A) und ein Ursprungszeugnis vorlegen.“

6Häufige Fehler, die Käufer vermeiden sollten

Bei der Zusammenarbeit mit internationalen Lieferanten wenden selbst erfahrene B2B-Käufer manchmal Incoterms falsch an. Diese Fehler können zu unerwarteten Kosten, Streitigkeiten mit Lieferanten und Lieferverzögerungen führen. Nachfolgend finden Sie die häufigsten Fallstricke und praktische Tipps, wie Sie diese vermeiden können.

6.1 Behandlung der Incoterms als vollständige Verträge

Fehler: Manche Käufer glauben, dass die Incoterms alles bei einer Transaktion abdecken.

Realität: Incoterms definieren lediglich Lieferverpflichtungen, Risikoübergang und Transportverantwortung. Sie legen keine Produktqualität, Zahlungsbedingungen, Prüfrechte oder Vertragsstrafen für Verzögerungen fest.

Beispiel: Ein Käufer verwendet im Kaufvertrag CIF, stellt jedoch keine Bedingungen für die Qualitätsprüfung klar. Wenn die Sendung beschädigt ankommt, behauptet der Verkäufer, dass die Lieferung eingehalten wurde, da die Liefer- und Versicherungsverpflichtungen technisch erfüllt wurden.

Tipp für Käufer: Ergänzen Sie Incoterms immer durch einen detaillierten Kaufvertrag, der Produktspezifikationen, Inspektion, Garantien und Zahlungsbedingungen abdeckt.

6.2 Wahl des falschen Begriffs für den Verkehrsträger

Fehler: Verwenden Sie ausschließlich Seefrachtbedingungen wie FOB oder CIF für Sendungen, die per Flugzeug, Bahn oder LKW befördert werden.

Risiko: Dies führt zu Lücken in der Rechtsauslegung und kann die Haftung der Versicherung oder des Trägers ungültig machen.

Beispiel: Ein Käufer in Deutschland bittet einen Lieferanten in China, kleine Pakete per Luftfracht unter FOB-Bedingung zu versenden. Da FOB nur für Seefracht gilt, weigert sich der Spediteur, den erwarteten Frachtbrief auszustellen, was die Zollabfertigung und die Bankfinanzierung erschwert.

Tipp für Käufer: Verwenden:

FOB, CIF, CFR, FAS → Nur Seefracht

FCA, CPT, CIP, DAP, DPU, DDP → Luft, Schiene, Straße, multimodal

6.3 Ignorieren der Zollabfertigungspflichten

Fehler: Vorausgesetzt, der Verkäufer übernimmt die Export- und Importabfertigung unabhängig vom Incoterm.

Risiko: Waren können beim Zoll hängen bleiben und Käufer müssen mit unerwarteten Lager-, Liegegeld- oder Strafgebühren rechnen.

Beispiel: Ein US-Käufer nutzte EXW (Ex Works), ohne in China eine Exportlizenz einzuholen. Die Waren blieben wochenlang im Werk, was dem Käufer erhebliche Verzögerungen und zusätzliche Kosten bescherte.

Tipp für Käufer: Klären Sie immer, wer für die Zolldokumente verantwortlich ist. Wenn Ihr Unternehmen nicht über die nötige lokale Expertise verfügt, vermeiden Sie EXW und bevorzugen Sie DAP oder DDP, bei denen der Verkäufer mehr Verantwortung übernimmt.

6.4 Überschätzung des Versicherungsschutzes des Verkäufers

Fehler: Der Glaube, dass eine Versicherung nach CIF oder CIP vor allen Risiken schützt.

Wirklichkeit:

  • CIF → erfordert nur eine Mindestversicherung (Institute Cargo Clauses C), die sehr begrenzte Risiken abdeckt.
  • CIP → erfordert eine Allgefahrenversicherung (Institute Cargo Clauses A), schließt aber dennoch einige Risiken aus (z. B. Krieg, Streiks, verzögerungsbedingte Verluste).

Ejemplo: Ein Käufer zerbrechlicher Glaswaren akzeptierte CIF, doch als ein Teil der Ladung durch unsachgemäße Handhabung zerbrach, lehnte der Versicherer die Deckung ab, da Bruchschäden nicht in der Mindestdeckung enthalten waren.

Tipp für Käufer: Bei hochwertigen oder zerbrechlichen Waren entweder:

  • Fordern Sie beim Verkäufer eine erweiterte Versicherung an oder
  • Schließen Sie eine eigene Frachtversicherung ab, um einen vollständigen Versicherungsschutz zu gewährleisten.

6.5 Nichtabgleich der Incoterms mit den Zahlungsmethoden

Fehler: Wählen Sie einen Incoterm, der nicht zu Ihrer Zahlungsvereinbarung passt.

Risiko: Banken können Versanddokumente ablehnen, was zu Finanzierungsverzögerungen oder Zahlungsausfällen führen kann.

Beispiel: Ein Käufer nutzte FCA mit einem Akkreditiv, das einen Bordkonnossement erforderte. Da FCA normalerweise stattdessen einen Frachtbrief ausstellt, verweigerte die Bank die Zahlung, bis zusätzliche Vereinbarungen getroffen wurden.

Tipp für Käufer:

  • Verwenden Sie für Akkreditive FOB oder FCA (mit Konnossementvereinbarung gemäß Incoterms 2020).
  • Bei Zahlungen auf offene Rechnung kann DAP oder DDP praktischer sein, da der Verkäufer die vollständige Lieferung organisiert.
  • Erkundigen Sie sich immer bei Ihrem Bankpartner, bevor Sie den Incoterm abschließen.

Fazit

Die neueste Version der Incoterms® 2020 Die Incoterms® 2020-Regeln werden nun von der Internationalen Handelskammer (ICC) veröffentlicht und sind urheberrechtlich geschützt. Die überarbeiteten Regeln spiegeln die neuesten Entwicklungen im Handelsverkehr wider. Ab dem 1. Januar 2020 sollten alle Kaufverträge Verweise auf die Incoterms® 2020-Regeln enthalten. Die vollständigen Regeln finden Sie auf der offiziellen Website der ICC.

Wenn Sie Fragen zu Incoterms® 2020 oder zur internationalen Beschaffung haben, besuchen Sie bitte unsere Website cngreentime.com oder kontaktieren Sie unser professionelles Team direkt. Wir bieten Ihnen maßgeschneiderte Lösungen, die auf Ihre spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten sind und Ihnen helfen, beim Global Sourcing erfolgreich zu sein.

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